Joachimov (CZ)
       
 

Bergbaugeschichte:

Seit dem Jahre 1516 war in Joachimov auf Silber abgebaut worden. Im 18. Jahrhundert ging jedoch der Ertrag des Silberbergbaus soweit zurück, dass der Kaiserin Maria Therisa im Jahre 1759 der letzte "Jochachimstaler" geprägt wurde.

1853 erfuhr der darniederliegende Bergbau in Joachimov eine Wiederbelebung, als man begann die in grösseren Teufen anstehenden Uranerze zu gewinnen. Diese Erze wurden in einer neu gegründeten Uranfarbenfabrik verarbeitet. Der erste Schritt dieser Verarbeitung bestand in der Abtrennung des Urananteils von den zahlreichen Nebenmetallen des Erzes. Das Erz wurde zuerst zerkleinert, mit Soda geröstet und dann mit warmen Wasser und Schwefelsäure versetzt. In der erhaltenen Lösung befand sich das zu isolierende Uran. Der unlösliche Rückstand war für die Uranproduktion wertlos und wurde auf die Halde gegeben.
 
       
  Die Curies überlegten, dass ja in dem Rückstand, einem Abfall, die von ihnen gesuchte radioaktive Substanz bereits vorangereichert sein müsse. Aus diesem Grund bemühten sich Marie und Pierre Curie um den Bezug des Haldenmaterials aus Joachimov, weil sie darin angereichtertes Radium vermuteten, und weil sie dieses "wertlose" Material preisgünstig zu erwerben hofften.

Am 26. Dezember 1898 gaben Marie und Pierre Curie schließlich die Entdeckung des Radium bekannt. Wenn man sich an ihre Leistungen zurückerinnert, wird meistens ein wesentlicher Umstand vernachlässigt, nämlich die Rolle des Erzgebirges bei dieser Entdeckung. In Uranmineralien dieses alten Bergbaugebietes fanden die Curies die höchste Aktivitätsanreicherung. Dieser Befund veranlasste sie zu zielgerichteten Untersuchungen dieser Erzgebirgsminerale, die dann zur Entdeckung des Poloniums und des Radiums führten.

 
       
  Ende der 19'50er Jahre wurde der Uranbergbau und somit auch die Urangewinnung in Joachimov eingestellt.

Heute befinden sich im Gebiet der Joachimover Schachtanlagen mehrere Radium-Kurbäder.
 
       
  Die bekanntesten Mineralien aus Joachimov:

Arsen, Dolomit, Proustit Calcit, Quarz, Silber, Stephanit Polybasit, Stephanit, Uran

(Durch Klicken auf eine der Schaltflächen wird das entsprechende Mineral angezeigt. Alle Bilder gibt es auch in der Mineraliengalerie)

 
       
 

Quelle: Stadtmusem Nittenau